Regina Gregory und Yvonna Hacker

29.9.2014 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Ich bin dann mal auf dem Markt und besorg‘ uns noch schnell ein paar Stellen ….

bildcredit kleiner fisch

Wer Samstag morgens auf dem Markt sein frisches Gemüse holt, ist meist nicht gestresst. Geht’s Ihnen auch so? Gemächlich die Gerüche wahrnehmen und mit Gemütlichkeit durch die Stände stöbern und sich umsehen. Sie kaufen doch nicht hektisch gleich das erst beste Angebot? Schon gar nicht mit der regelrechten Besorgnis im Hinterkopf „Wer weiß ob ich die Bananen später nochmal bekomme?“ oder „Ich schlage besser gleich zu, egal ob die Waren hier teuer sind und die Qualität nicht stimmt! Wozu vergleichen, muss ich doch froh sein, wenn ich überhaupt irgendwelche Tomaten bekomme!“ oder gar „Was könnten die Nachbarn denken, wenn ich nicht mit einer richtig vollen Einkaufstüte heimkomme?“

 

Nein? Haben sich solch absurde Gedankengänge noch nie bei Ihnen eingeschlichen, wenn Sie am Markt waren? Sind Sie sicher? Was wäre wenn wir mal annehmen, Sie waren gar nicht am Gemüsemarkt, sondern am Stellenmarkt unterwegs?

 

Wieso ergibt es da plötzlich einen Sinn? Achten wir unsere Einkäufe höher als unsere Jobs? Am Gemüsemarkt nehmen wir uns die Zeit, die Angebote zu begutachten, die Qualität zu prüfen und die Preise zu vergleichen. Wieso handeln wir nicht so, wenn es darum geht, einen neuen Job zu finden – etwas viel bedeutenderes, das unsere Lebensqualität für die nächsten Jahre bestimmt?

 

Der gesellschaftliche Druck und die Job-Angst, führen uns oft in eine Denkfalle. Wir nehmen uns nicht mehr die Zeit, in aller Ruhe und Sorgfalt den Weg zum neuen Job zu planen. Stattdessen drehen wir gestresst am Rad und geben uns mit schlecht bezahlten Jobs zufrieden, trauen uns nicht, selbstbewusst ein Gehalt zu verlangen, das dem Unternehmensumsatz genauso entspricht wie unserer Arbeitsleistung. Wir begnügen uns mit einer Arbeit die uns unterfordert, um nur bloß nicht noch einen einzigen Tag länger arbeitslos zu sein. Ja teilweise lassen wir uns sogar ausbeuten und respektlos behandeln, weil wir schließlich tagtäglich in den Medien mit schwindenden Arbeitsplätzen und hohen Arbeitslosenzahlen konfrontiert werden.

 

Hätten wir etwas mehr Mut, wären wir uns unserer eigenen Stärken und Fähigkeiten mehr bewusst, gäbe es mehr Zusammenhalt zwischen Arbeitnehmern, so könnte unsere persönliche und globale Arbeitswelt vielleicht ganz anders aussehen

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