Yvonne Hacker & Regina Gregory

26.5.2014 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Das Mysterium der DEMUT

credit kleiner Fisch Team

Verzerrt in seiner Bedeutung wurde es benutzt um uns zu unterdrücken - entschleiert ist es ein machtvolles Instrument für jeden einzelnen von uns!

 

Ein Wort verwendet zur Kontrolle der Menschheit

Heutzutage hat das Wort Demut nicht mehr viel in unserem Sprachgebrauch zu suchen, maximal in seiner volkstümlichen Bedeutung von „schön brav den Mund halten“ oder im religiösen Wortsinn, wo man uns seit Jahrhunderten verkauft hat, es bedeute „sich klein machen“, „unterwürfig zu sein“ oder „sich selbst zu erniedrigen“ - nur so komme man ins Paradies … oder in den Himmel. Das man sich so das Volk gefügig macht, liegt auf der Hand.

 

Wir, das Kleiner-Fisch Team wollen Euch das anscheinende Gegenteil vermitteln: das Selbstbewußtsein. Aber ist es wirklich das Gegenteil?

 

Erniedrigungen in alten Texten

Blicken wir in der Geschichte zurück, so kam es zur Verherrlichung der Erniedrigung in alten Texten, als Beispiel sei erwähnt: „Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich“ (Matthäus 18,4).

 

In diesem Beispiel liegt es auch ohne großes Nachdenken auf der Hand, dass das Wort „erniedrigt“ hier überhaupt nicht passend ist. Viel mehr sollte es heißen, „Wer unbekümmert sein kann und voller Vertrauen, wie die Kinder es sind ….. „

 

Eigentlich logisch, denn um wie ein Kind zu sein, muss niemand sich erniedrigen. Es sei denn man meinte hier „sich erniedrigen“ im Sinne von „sich zu einem Kind hinunterbeugen“. :-)

 

Ist Demut tatsächlich das Gegenteil von Selbstbewußtsein?

Ja was denn nun? Sollen wir selbstbewußt sein oder demütig? Beides kann doch nicht gehen? Oder doch?

 

Ursprünglich, so kann man auch bei Wikipedia nachlesen, wurde das Wort „Demut“ im Mittelalter in der Ständegemeinschaft als „Dienstwilligkeit“ verwendet. Ein auch heute durchaus nobles und notwendiges Ideal – jeder der einen Job möchte oder hat ist schließlich „dienstwillig“.

 

Wenn wir das Wort Demut von seiner kleinhaltenden, massenkontrollierenden Bedeutung entkleiden, bleibt der wahre Kern über, der lange Zeit verkannt wurde und wird.

 

Erhaben – aber nicht überheblich!

Demut ist eine noble Haltung. Sie stellt sich nicht ins Rampenlicht, weil sie es gar nicht nötig hat. Sie ist selbst über die Maßen erhaben, aber nicht überheblich.

Demütig ist jemand, zu dem man aufsieht, weil er nicht auf Kosten anderer handelt.

Demütig ist jemand der sein Wirken und Werken dem „Dienste“ der Menschheit widmet oder zum Besten seines  Nächsten tut.

 

Das muss nicht bedeuten dass man in armen Verhältnissen leben muss um demütig zu sein, es bedeutet auch nicht, sich selbst klein zu machen oder unterzuordnen.

 

Demütig – aber nicht ohne Mut!

Es bedeutet sich FÜR Fairness, Gerechtigkeit und Gutes einzusetzen und das kann schon auch mal bedeuten, dass man sich in einem ausbeuterischen Unternehmen, FÜR die Arbeitnehmer, sprich die Kollegen, einsetzt und dem Chef gegenüber eine Haltung einnimmt, die ihm zeigt, dass seine „nicht-demütige“ Haltung, den Arbeitnehmern schadet und man nicht weiter bereit ist, sich so behandeln zu lassen!

 

Demut gibt einem Kraft und Macht – im positiven Sinne. Eine erhabene Macht, die sich nicht über die anderen hinweg stellt und wichtiger nimmt, aber sich auch nicht unter die anderen stellt und sich selbst für unwichtig hält.

 

In einer Welt, in der alles und jeder GLEICHWERTIG WICHTIG ist, wird nicht mehr ausgebeutet. In so einer Welt, wird nicht aus Profitgier die Umwelt vernichtet oder Tiere brutal behandelt.

 

Jemand der demütig ist, hat verstanden, dass er sich nicht auf Kosten von anderen bereichern kann. Er bereichert sich und die Welt mit seinen Ideen und Werten, er erfindet, arbeitet, setzt Dinge um, die für das Wohl der Menschheit und des Planeten stehen.

 

Dienen aber nicht bedienen!

Auch das Wort dienen wird meinst missverstanden, nämlich im Sinne von Bedienen, was wiederum heißen soll, der Diener sei dem „Meister“ unterstellt.

 

Doch dienen hat nichts mit bedienen zu tun. Wenn meine Handlungen auch für andere einen Nutzen haben (auch anderen dienen), dann leiste ich meinen positiven Beitrag zur Gesellschaft, ohne mich deswegen klein zu machen.

 

Selbst wenn mein Beruf tatsächlich mit „bedienen“ zu tun hat, wie z.B. bei einer Kellnerin, dann darf und muss sie sich deswegen nicht weniger wert fühlen, wie die Gäste die sie bedient. Es ist ihr Beitrag, den sie mit „erhabenen Haupte“ leisten darf.


Hingabe aber nicht hingeben!

Sich mit Hingabe und Lust FÜR etwas einzusetzen (z.B. bessere Arbeitsbedingungen), ist etwas völlig anderes als sich schlechten Arbeitsbedingungen hinzugeben bzw. diese ohne Widerstand hinzunehmen.

 

Wir Arbeitnehmer sind gleichwertig und nicht weniger wert als der Boss. Die innere Haltung der Demut drückt das aus, dabei ist es für mich als Arbeitnehmer nicht wichtig, ob mein Boss die selbe Einstellung hat. Wenn er dem Irrglauben unterliegt, dass ich weniger wert bin, so soll er ruhig – solange ich für mich die Gewissheit habe, dass ich genauso viel wert bin, wie jeder andere Mensch, wie auch immer seine Stellung oder sein Beruf.

 

Ist Demut Akzeptanz oder Widerstand?

Aber wie können wir bei Demut von Widerstand sprechen? Hat Demut nicht mit Akzeptanz zu tun? Bedeutet Demut nun bereit zu sein, die Dinge geschehen zu lassen und jede Situation akzeptieren wie sie kommt oder gegen die Dinge zu rebellieren?

 

Eine gute Frage und die Antwort ist nicht leicht – denn tatsächlich braucht es beides um demütig zu sein. Schon wieder ist ein augenscheinliches Gegenteil eigentlich keines.

 

Die Antwort, die beides miteinander verbindet, lautet

 

Verantwortung übernehmen und dann Vertrauen

Bin ich bereit, für jede Entscheidung, die ich im Leben getroffen habe, die Verantwortung zu übernehmen?

 

Wenn ich mich entscheide, einen Job an den Nagel zu hängen, auf Grund von schlechten Arbeitsbedingungen und anschließend innerlich dagegen rebelliere dass ich nun arbeitslos bin und mir weniger leisten kann, dann bringt das nicht viel. Im Gegenteil – es ist sinnlos!

Es braucht Akzeptanz dessen was geschehen ist und Freude darüber, dass ich jetzt mit neuer Kraft losgehen kann um einen Job zu suchen, bei dem ich besser behandelt werde.

 

Und wenn ich den Job aber nicht aus freien Stücken verlassen haben? Auch dann braucht es Akzeptanz und das Vertrauen, dass sich noch herausstellen wird, das der Jobverlust in diesem Moment zu meinem Besten war! Warum? Weil vielleicht schon ein besserer Job auf mich wartet, weil mein Körper sowieso eine Auszeit nötig hat, oder weil ich im nächsten Job meinen Traumpartner kennenlernen werde! :-)

 

War die Kündigung durch den Arbeitgeber aber nicht gerechtfertigt, oder werde ich unfair behandelt, so leiste ich Widerstand und schalte z.B. einen Anwalt ein, der für meine Rechte kämpft, informiere die Gewerkschaft und/oder den Arbeitsinspektor. Übernehme aber auch selbst Verantwortung, in dem ich bewusst und selbstständig Grenzen setze!

 

Akzeptanz bedeutet nicht eine Situation in der ich leide, die ich aber ändern könnte, schön brav weiter zu erdulden, (weil ich Angst habe zu handeln, weil ich glaube, es wird von mir erwartet …) Akzeptanz heißt viel mehr, zu lernen, mit Dingen umzugehen, die außerhalb meines Einflusses liegen. Oft können wir aber viel mehr beeinflussen, als wir uns zutrauen.

 

Also beginnen wir noch heute demütig zu sein! In dem wir uns mit Hingabe für Verbesserungen einsetzten, inklusive der Bereicherung unserer eigenen Lebenssituation, unserer Nächsten und unserer Umwelt, ohne allerdings dabei jemand anderem zu schaden.

 

 

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