Yvonne Hacker & Regina Gregory

16.12.2013 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Präsentismus – Krank am Arbeitsplatz von Gisela Singer

credit kleiner Fisch Team

Immer mehr Menschen gehen krank zur Arbeit, weil sie um ihren Arbeitsplatz fürchten, weil ihre Arbeit sonst liegen bleibt oder weil sie ihre KollegInnen nicht im Stich lassen wollen. In Österreich vermutet man, dass etwa 40 Prozent der Beschäftigten krank zur Arbeit gehen. Spricht man von Präsentismus, dann ist das Phänomen Anwesenheit trotz Krankheit gemeint und wird zumeist im Kontext mit der Arbeitswelt gesehen. Lange Zeit wurde dieses Phänomen von der Personalwirtschaft nicht bewusst wahrgenommen bzw. wurde ihm keine Aufmerksamkeit geschenkt, da es im Gegensatz zu den Fehlzeiten schwerer greifbar ist. So fällt einE abwesendeR MitarbeiterIn schneller auf, als eine Person, die krank zur Arbeit erscheint. Außerdem wurde lange Zeit die Notwendigkeit einer Forschung in diesem Bereich nicht gesehen, da der Rückgang der Krankenstände, welcher in den letzten Jahren der Fall war, als etwas ausschließlich Positives gesehen wurde. Es wurde jedoch nicht bemerkt, dass diese Abnahme ebenso auf das Vorhandensein von Präsentismus hindeuten kann. Aufgrund der Tatsache, dass die Anzahl der Arbeiten über Präsentismus in den letzten Jahren gestiegen ist, wird ersichtlich, dass die Wichtigkeit dieses Phänomens und die Auswirkungen für ArbeitnehmerInnen und UnternehmerInnen nun stärker wahrgenommen werden.

 

Die Bedeutung dieses Themas wird klar, wenn die Folgen von Präsentismus betrachtet werden, denn trotz Krankheit anwesend zu sein, hat auch Konsequenzen. Einerseits gesundheitliche Langzeitfolgen, andererseits auch eine Verminderung der Produktivität. Die Folgen durch Produktivitätsverluste werden oft in Zahlen ausgewiesen. Laut einer Studie aus den Vereinigten Staaten entstehen durch Präsentismus geschätzte $150 Milliarden Kosten pro Jahr. Damit entstehen durch Präsentismus höhere Produktivitätsverluste als durch Absentismus, also das Fehlen am Arbeitsplatz. In Bezug auf die Gesundheit wurde herausgefunden, dass Präsentisten, das sind Personen, die krank zur Arbeit kommen, ein höheres Risiko haben einen Herzinfarkt zu erleiden, als jene, die bei Krankheit zu Hause bleiben. Zusätzlich kann Anwesenheit trotz Krankheit am Arbeitsplatz in der Gegenwart zu einer schlechteren Gesundheit in der Zukunft führen. Somit ist Präsentismus ein Risikofaktor für zukünftigen Krankenstand. Außerdem kann Präsentismus sogar zu Burnout führen. Deshalb sind nicht nur die Folgen von Präsentismus hinsichtlich physischer gesundheitlicher Probleme für die MitarbeiterInnen und Produktivitätseinbußen der Unternehmen ein Thema, sondern ebenfalls die Auswirkungen von Burnout, welches durch Präsentismus entstehen kann. Genauso wie Präsentismus ist auch Burnout für ArbeitnehmerInnen eine gesundheitliche Belastung und für die Unternehmen ein weiterer Kostenfaktor.

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