Yvonne Hacker & Regina Gregory

05.5.2014 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Stellungnahme von Kleiner-Fisch zu Team Wallraff Undercover – Burger King Sendung vom 28.04.2014

credit RTL via kleiner Fisch team

Vielen Dank erst einmal an das Team Wallraff zur gelungenen Undercover-Aktion.

 

KEINE REAKTION AUF AUSBEUTUNGSANSCHULDIGUNGEN VON BK
KAUM REAKTIONEN DARAUF VON EMPÖRTEN SHITSTORMERN!

 

Was wir allerdings etwas schade finden, ist das die Reaktionen von Burger-King, AUSSCHLIESSLICH und auch der Shitstorm auf facebook hauptsächlich auf die Hygiene-Anschuldigungen eingeht.


Diese möchten wir nicht herunterspielen, sie sind natürlich untragbar. Aber wir fragen uns, wären keine Hygiene-Mängel nachzuweisen gewesen, und hätte die Dokumentation sich rein um die Arbeitnehmerthemen gedreht – gäbe es überhaupt einen Shitstorm? Würde sich überhaupt jemand aufregen, außer vielleicht die Gewerkschaften?

Warum ist das so? Auch wir haben den Shitstorm auf Burger King verfolgt und auch unsere Comments dazu abgegeben. Offenbar ist es in den Augen des Volkes schon zur Normalität geworden, dass Arbeitnehmer schlecht behandelt und ausgebeutet werden.

 

Sind wir so abgehärtet, dass es uns nur um unser eigenes Wohl geht? Ob die Burger genießbar sind, die wir in unsere eigenen Hälse stecken? Ist es uns, als Zuschauer, als Teil der Gesellschaft, egal, wenn Ungerechtigkeiten am Arbeitssektor aufgedeckt werden? Sind wir, durch vorherige Skandale wie bei Amazon und Zalando schon so abgehärtet, dass es uns am A.... vorbei geht, wenn wir selbst nicht in einer solch prekären Lage arbeiten müssen?

Oder selbst, wenn wir selbst in einem unfairen, ausbeuterischen Arbeitsverhältnis stehen, haben wir so resigniert, dass wir nur denken „Ja so ist das halt, mir geht’s ja auch nicht besser?“

 

IST AUSBEUTE SCHON ZUR NORMALITÄT GEWORDEN?

Folgende Themen von der Dokumentation möchten wir nochmal aufgreifen:

 

Arbeitssicherheit -
keine Sicherheitskleidung, fehlende Ausrüstung, hohe Verletzungsgefahr

 

Lohnprellung -

Obwohl im Kollektivvertrag festgehalten, werden keine Nacht- und Feiertagszuschläge bezahlt, so wie kein Weihnachts- und Urlaubsgeld!
Geringfügige Mitarbeiter bekommen bei Krankheit und Urlaub KEIN GELD!

Umkleidezeit sollte Arbeitszeit sein – sind es aber nicht!

 

Hungerlohn
Für die erwähnten Arbeitsbedingungen, (z.B. Tätigkeiten die nicht zur Berufsbeschreibung gehören: Klo-Putzen, Müllstampfen, Verletzungsgefahr..) wird ein Hungerlohn bezahlt € 7,71 brutto die Stunde, für leitende Angestellter mit Verantwortung gibt es monatlich € 1.500,-- – 1600,-- ohne die erwähnten Zuschläge und ohne jegliche Überstundenabgeltung.

 

Miese Tricks – die gesetzlichen Hintertürchen

Vollzeitbeschäftigte bekommen 30h Verträge, werden so zwar, wenn sie 40h arbeiten, auch für 40h bezahlt, aber im Urlaub, oder im Krankheitsfall, wo sie keine Überstunden machen können, werden sie nur für 30h bezahlt. Verlust um die € 440,-- jährlich pro Mitarbeiter.

 

Gleichzeitig macht das Unternehmen Burger King pro Jahr (2012) $ 1,966 Milliarden Umsatz, und einen Reingewinn von $ 117,7 Millionen!

 

WO BLEIBT DIE SOLIDARITÄT
Wo ist unsere Solidarität, wo ist unser Gerechtigkeitssinn, uns selbst und anderen gegenüber?

 

Da werden Mitarbeiter, die sich wehren wollen, mit übelsten Tricks angeklagt, man unterstellt ihnen, sie hätten ein paar Ketchupsäckchen mitgehen lassen.... hallo?

Das erinnert auch stark an den brandaktuellen österreichischen Fall des Wiener Nobelrestaurants Plachutta, wo ein Angestellter gefeuert wurde, weil er über seine selbst-gekauften Erdbeeren etwas Zucker (der im Besitz des Arbeitgebers war) gestreut hat.

 

Wir brauchen mehr Solidarität untereinander, (im Volk, in Ausbeuter-Betrieben)! Wir müssen wieder vermehrt bereit sein zu streiken, mit oder ohne Gewerkschaft (für den Fall, das gewerkschaftliche oder betriebsrätliche Tätigkeiten, wie im Fall von Burger King unterbunden werden).

 

Auf ein Wort legen alle Mitarbeiter die Arbeit nieder. In Zeiten des Internets und der Mobiltelefone können solche Streiks auch per Anruf in vielen Filialen gleichzeitig ausgemacht werden! Wichtig ist, je mehr sich beteiligen um so mehr Chancen gibt es für jeden einzelnen, dass man wahrgenommen wird und nicht nur gekündigt und ausgetauscht. IHR seid VIELE – wenn ihr alle gemeinsam die Arbeit niederlegt, und keiner bereit ist, sich unter solchen Bedingungen einstellen zu lassen, dann erst kann man solch betrügerischen Arbeitgebern zeigen, dass er niemand mehr hat, der seine „Drecksarbeit“ macht, dass es niemand mehr gibt, der bereit ist sich für ausbeuten zu lassen um für den Arbeitgeber Milliardenumsätze zu machen und ihm damit seinen Luxus-Lebensstil zu finanzieren!

Nur durch den MUT ZU STREIKS können wir dem Ungleichgewicht, das momentan zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerseite herrscht, entgegenwirken um wieder gleichberechtigte Zustände zu schaffen.

 

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