Yvonne Hacker & Regina Gregory

02.12.2013 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Sind wir GIERIG wenn wir von den GIERIGEN fordern?

Vom Ungleichgewicht unserer Welt...

 

Wir vertreten die Meinung, liebe Arbeitnehmer und Kleinunternehmer, dass ihr MEHR WERT seid! Mehr wert als was? Mehr als ihr momentan verdient! Und wir fordern euch auf, es euch zu holen! Uh aber aufgepasst – sind wir dann nicht gierig? Ist es nicht die selbe negative Kraft, die UNS aus der Gier heraus ausquetscht, der wir uns hier bedienen? Das selbe Denken von „ich will immer mehr und mehr haben!“, dass die Mächtigen an den Tag legen und uns kleine Fische immer ärmer machen? Ist das Bestehen auf Fairness also Gier? Wenn wir von jenen, die sich an uns bereichern, den gerechten Anteil einfordern, ist das Gier?

 

Was steht uns überhaupt zu?

 

„Laut „ökonomischem Lehrbuch“ dürfen die Löhne etwa in dem selben Umfang wachsen, wie die Produktivität der Wirtschaft. Steigen sie schneller können Arbeitsplätze verloren gehen, steigen Sie langsamer, fahren die Firmen Extragewinne ein.“ so Michael Sauga, Volkswirt und Autor.

 

„Nach dieser Regel“, so Saugte weiter „wären im vergangenen Jahrzehnt (am Beispiel Deutschlands) +2,5 % vertretbar gewesen. Im Schnitt SANKEN aber die realen Nettoverdienste pro Arbeitnehmer um ca. 0,5%!“

 

Auch bei uns in Österreich steigt die Produktivität, während die Reallöhne sinken.(Siehe Grafik: Produktivität und Entlohnung 1994 – 2012). Da läuft etwas total falsch! Es bedeutet, dass die vielen kleinen Arbeiter und Angestellten jedes Jahr ärmer werden, während die anderen immer reicher werden.

 

Es hat mit Gier nichts zu tun, wenn wir auf unseren gerechten Anteil bestehen, sondern es ist viel mehr eine Notwendigkeit um das Ungleichgewicht in unserer Welt wieder in ein Gleichgewicht zu bringen! Denn dieses Ungleichgewicht – diese Ausbeute der Mittelschicht und der ganz kleinen Fische wird so lange weiterlaufen, wie es für die Ausbeuter funktioniert!


Wann aber funktioniert es für die Ausbeuter nicht mehr? Genau – erst wenn wir uns dagegen wehren! Die ersten die sich wehren werden die Mutigen sein, denn sie werden das Schicksal aller anderen nicht verändern können! Sie können nur damit anfangen ihr eigenes Schicksal zu verbessern und damit auch VORBILD für die anderen sein.

 

Von den austauschbaren „Hanseln“...

 

Denn eines ist klar – wenn einzelne Leute beginnen sich zu wehren, dann kann ein Ausbeuter-Konzern leicht auf diese „paar Hanseln“ verzichten und sucht sich einfach neue „Hanseln“, … und die neuen „Hanseln“ stehen ja auch schon Schlange vor der Türe und rufen „Nimm mich bitte, ich arbeite um noch weniger Geld!“

 

Wir verurteilen die schlange-stehenden Arbeitssuchenden auch nicht – denn man nimmt ihnen so viel weg, dass die wirklich froh um jeden Job sind (egal wie wenig sie dabei verdienen).  Siehe auch unseren Artikel: "Jeder kann heutzutage froh sein, wenn er überhaupt einen Job hat" - wirklich?

 

Wenn jedoch einmal ein Punkt erreicht ist, bei dem die Mehrheit es den ersten mutigen „paar Hanseln“ nach tut – dann kann sich wirklich nachhaltig etwas zum Positiven verändern. Und jetzt stellt euch mal vor – nicht nur die Belegschaft einer Firma wehrt sich, sondern die Belegschaft von viele Firmen, vielleicht das gesamte Land?

 

Unsere Vision ist es, dass es keine Arbeitnehmer mehr gibt, die sich ausnutzen lassen – dass es keine Menschen mehr gibt, die vom System kontrollierbar und ausbeutbar sind! Dazu müssen wir es aber schaffen, das JEDER EINZELNE versteht, was da abgeht und das es ganz einfach nicht wahr ist, dass Ihr bzw. Eure Arbeitsleistung nicht mehr wert ist! IHR müsst erkennen, dass euch mehr zusteht als man euch glauben machen will!

 

Das gilt auch für alle Kleinunternehmer! Euch quetscht man aus, das Finanzamt bittet euch reichlich zur Kassa, aber die großen Fische, die Konzerne, die Milliardenumsätze machen, die zahlen keine Steuern (Siehe Artikel von Markus sucht den Superjob).

 

„ Kleine und mittlelgroße Unternehmen (KMU's) bei uns in Österreich (abhängig vom Ertrag) zahlen um die 38,3% EST (Ertragssteuer) und 25% an Körperschaftssteuer sowie 25% an Kapitalertragssteuer. Starbucks zahlt hingegen 0,- an Körperschaftssteuer sowie 0,- an Kapitalertragssteuer. Der Große spart, der Kleine zahlt.“ zeigt Markus auf, und weiter „Nur das macht nicht nur Starbucks sondern auch IKEA, Microsoft, Apple, Google, Henkel, Lufthansa, Allianz, VW, Mercedes, Audi und noch viele mehr.“

 

Hier sehen wir unseren Ansatz, wir wollen informieren, die Augen öffnen und Euch Menschen mitteilen

 

-        dass sie Löhne die ihr bezahlt bekommt zu gering sind! Es steht euch MEHR ZU!
Wir sprechen hier hauptsächlich vom Mindestverdiener und von der Mittelschicht bzw. all jenen die exakt Kollektivvertrag bezahlt bekommen (sowohl ungelernte Hilfsarbeiter als auch in Menschen in gelernten Berufen und „Frisch-Studierte“), vor allem in Unternehmen, die gute Gewinne erzielen, diese aber nicht an euch weitergeben!

 

-        dass die Steuern die Ihr zahlt (vor allem KMU's) zu viel sind! Speziell weil die „Großen“ sich nicht im gleichen Ausmaß beteiligen!

Den Kleinunternehmern muss man wegnehmen, was der Große, dessen Beträge wirklich ins Gewicht fallen würden, sich „spart“.

 

Die Politik schafft es nicht diesen negativen Prozess (arm wird ärmer – reich wird reicher) zu stoppen oder gar umzukehren und die Großen denken erst gar nicht daran etwas zu ändern! Es kann also nur gelingen, wenn unter den KLEINEN, sprich unter den vielen vielen Arbeitnehmern und KMU's ein Umdenken stattfindet, diese Zustände nicht länger zu akzeptieren!

 

Für seinen WERT EINZUSTEHEN, hat daher unserer Meinung nach nichts mit der selben Denke zu tun, die, die Großen dazu bewegt, ihre Leute nicht am Gewinn zu beteiligen, um selbst alles in die eigene Tasche zu stecken!

Es hat vielmehr damit zu tun, dieser Ausbeutung Einhalt zu gebieten.

 

Bescheiden waren die kleinen Fische gezwungenermaßen schon viel zu lange …. aber wir dürfen uns nicht mehr zwingen lassen, den Mund zu halten und brav weiter in unserem Hamsterrädchen ums knappe Überleben zu strampeln!

 

Gierig sind wir deshalb nicht, wenn wir unseren fairen Anteil einfordern! Dieses Fordern soll und darf auch nicht in Gier ausarten, sondern muss zum Erkennen eines fairen Miteinanders von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, von den großen und den kleinen Unternehmern führen.

 

Abschließen möchten wir wieder mit einem Zitat:

 

„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen!“

Albert Einstein

 

Wie lange lassen wir es noch zu? Es liegt an uns, an jedem einzelnen!

 

 

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben