Yvonne Hacker & Regina Gregory

26.4.2013 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Die Gehaltsfrage beim Erstgespräch stellen? Nehmen Sie kein Blatt vor den Mund!!

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Bevor wir diesen Abschnitt entwarfen, informierten wir uns im Internet, welche Vorstellungstipps andere Quellen zu bieten haben. Es ist uns aufgefallen, dass alle Quellen die wir fanden, davon abrieten, im Erstgespräch die Gehaltsfrage anzuschneiden.Die Meinung teilen wir, das Kleiner-Fisch Team, nicht!

 

Die Gehaltsfrage NICHT zu stellen, bedeutet Sie vergeuden Ihre Zeit!!

Wenn Sie nicht im ersten Gespräch bereits erfahren, wie viel die Firma bereit ist zu zahlen, dann wissen Sie schließlich nicht, ob Sie vielleicht mit dem Zweitgespräch bereits Ihre Zeit vergeuden! Aus unserem persönlichen Erfahrungsschatz, raten wir zwar bis zum Ende des Gesprächs zu warten, somit gebe ich dem potentiellen Arbeitgeber die Chance, selbst das Gehaltsthema anzusprechen. Tut er/sie das nicht, so ist die meist letzte Phrase „Haben Sie sonst noch irgendwelche Fragen?“ das Stichwort! Fragen Sie ruhig  „Wie viel Gehalt ist für diese Position vorgesehen?“ Die Erfahrung lehrt, dass zu 90% die Gegenfrage kommt „Wie viel haben Sie sich denn vorgestellt?“ Hier kommt dann Ihr gewünschter Betrag, und nehmen Sie wirklich immer ein paar hundert Euro mehr als im letzten Job. Setzen Sie für sich selbst eine unterste Grenze fest, unter der Sie keinesfalls zu arbeiten bereit sind und halten Sie sich daran! Nehmen Sie als unterste Grenze nie weniger als Sie bisher verdient haben!! Z.B.: Letzter Job 1.800 brutto – neue Gehaltsvorstellung: 2.300,-- / Unterste Grenze 2.000,--)

Sie sind der Verkäufer, Sie bestimmen den Preis, für den Sie bereit sind zu arbeiten!


Zwei Beispiele aus dem Leben von einem Teil unseres Teams: An zwei konkrete Fälle kann ich mich noch erinnern, in welchen das angebotene Gehalt weit unter meinen Vorstellungen lag. Im ersten Fall sagte ich klar, dass dieser Betrag für mich nicht in Frage kommt. Es wurde von den Herrschaften vollkommen verstanden. Da sie trotzdem nicht mehr zu zahlen bereit waren, trennten sich unsere Wege. Im zweiten Fall war es etwas krasser. Nachdem ich dem Personalmanager meine Vorstellungen kundtat, frage er mich unverschämter Weise: „Ob ich denn bei diesen Gehaltsvorstellungen und das mit einem bloßen Lehrabschluss nicht öfter Probleme bekäme?“ Darauf antwortete ich ihm, dass er mein Abend-Studium im EU-Ausland dezent übersehen hatte und ich auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen könnte, die einer „frisch von der Uni“ nicht zu bieten hat. Daraufhin verabschiedete ich mich! Lassen Sie sich von so etwas nicht aus der Fassung bringen. Manche sind geradezu darauf aus, Sie einzuschüchtern. Es wird andere geben, die Ihren Wert zu schätzen wissen. Auf Ihre persönliche Untergrenze zu bestehen ist keine Unverschämtheit. Sie haben ja im Gespräch zuvor auch bewiesen, dass Sie für die Stelle super toll geeignet sind (sonst wäre es gar nicht zu der Gehaltsfrage gekommen – Siehe dazu Teil 1 unserer Bewerbungstipps: >>Link)

Wenn Sie keine Gegenfrage bekommen und Ihr Gegenüber Sie mit Zahlen konfrontiert, die nicht in Ihren Idealvorstellungen entsprechen, oder gar unter Ihrer Untergrenze liegen, dann werden Sie ganz konkret: „Meine Vorstellungen liegen eher in einem Bereich von € …..“

 

Ein guter Trick für Gehaltsfragen

 

Wenn die Vorstellungen vom Gehalt zwischen Ihnen und dem zukünftigen Arbeitgeber nicht enorm weit auseinander liegen, aber es doch für Sie zu wenig ist, gibt es noch folgenden Trick, der oft ganz gut funktioniert: Sie äußern folgendes: „Ich kann verstehen, dass Sie vielleicht gewissen Vorbehalte haben, diesen Betrag an jemanden zu zahlen, der erst eingearbeitet werden muss und dessen Arbeitsweise und ?qualität Sie nicht persönlich kennen. Ich wäre bereit, für die ersten 6 Monate, für das Gehalt, dass Sie vorschlagen zu arbeiten. Danach bin ich gut eingearbeitet und Sie haben die Gelegenheit sich über meine Fähigkeiten selbst ein Bild zu machen. Danach erhöht sich mein Gehalt dann auf € … . Wäre das für Sie vorstellbar?“ In gewisser Weise, ist dies aber eine Art von Pokern, denn wenn Sie jetzt ein Nein erhalten, dann müssen Sie sich fürs Gespräch bedanken und verabschieden. Denn wenn Sie jetzt den geringeren Betrag doch langfristig akzeptieren, zeigen Sie keine Konsequenz und man weiß, dass man auch in Zukunft alle Ihre Anliegen mit einem „Nein“ zerschellen kann. Wenn Sie ein Ja erhalten, dann drücken Sie Ihre Freude darüber aus und BESTEHEN SIE DARAUF, DASS DIESE VEREINBARUNG IN DIENSTVERTRAG AUFGENOMMEN WIRD!! Sonst wird es übersehen, ober Sie werden abgespeist mit einer Meldung wie „Sie haben nicht gehalten was sie versprachen, diese Erhöhung können wir so nicht umsetzen!“

 

Fazit

 

Alles in Allem, kommt es darauf an sich richtig zu verkaufen. Wenn Sie keine Stärken zeigen können und keine Beispiele bringen können, wo Sie die vergleichbaren Aufgaben gut gelöst haben, wenn Sie nicht herausstechen und sich von den anderen abheben, dann wird keiner sich um Ihre Gehaltswünsche scheren! Wenn Sie durchschnittlich rüberkommen, dann ist der einzige Vorteil dem Sie Ihrem zukünftigen Arbeitgeber bieten können, dass Sie auch nur durchschnittlich viel kosten werden. Aber wenn Sie sich in die Pole-Position katapultiert haben (was mit guter Vorbereitung nicht so schwierig ist!) dann sollten Sie nicht klein beigeben, und sich unter Ihrem Wert verkaufen!

Das ist besonders wichtig wo wir in einer Zeit der sinkenden Reallöhne und steigenden Kosten leben. Hierzu noch eine kleine Statistik >>Link

 Viel Mut wünscht Ihnen das Team Kleiner Fisch – dem Mutmacherportal für Arbeitnehmer

 

 

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