Yvonne Hacker & Regina Gregory

09.8.2013 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Die sagen doch nur, dass Eigenlob stinkt, damit wir nicht merken wie gut es riecht!

rechte bei Kleiner-Fisch

Dass Eigenlob stinkt erfuhren wir (die Menschheit) das erste Mal bereits im Roman Diu Crône’ (um 1230) von Heinrich von dem Türlin. Die fest geprägte Nennform des Sprichworts‚ Eigenlob stinkt’ bildete sich im Deutschen dann im 14. Jahrhundert heraus.

 

Wer sich selbst loben kann, muss sich zwangsweise auch selbst mögen! Aber auch vor der Eigenliebe wurden wir schon im altgriechischen Mythos um Narziss ermahnt, der, in sich selbst „verliebt“, je nach Version, auf unterschiedliche Weise zu Tode kommt.

 

Wer hat uns arme, kleine Menschheit schon über so viele Jahrtausende versucht, unsere eigene Stärke zu rauben? Selbst ohne religiösen Hintergrund muss hier auf den „geschichtlichen“ Jesus zurückgriffen werden. Ob Wunder ja oder nein sei dahingestellt, ohne Zweifel war er ein kluger Mann. In seinem Ausspruch „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ nennt er zwei Arten von Liebe in einem Atemzug und legt somit GLEICHES GEWICHT auf beide, nämlich die Nächsten- und die Selbstliebe.

 

Obwohl sich unsere Kirchgänge im Übrigen auf Begräbnisse und Taufen beschränken, haben wir dort stets nur von der Nächstenliebe gehört! Keiner den wir kennen, hat je etwas von Selbstliebe vernommen! Ihr etwa? Kam da tatsächlich mal einer, der uns daran erinnerte, wie wichtig es ist, uns selbst zu mögen und zu loben und die Kirche ignoriert dann die Hälfte der Aussage seines großen Idols?

 

Was bedeutet Eigenlob für uns?

Wer hat denn nun daran Interesse, dass wir uns selbst nicht mögen und loben? Wohin führt denn Selbstlob eigentlich, wenn es angeblich so stinkt? Selbstlob setzt nicht mehr und nicht weniger voraus als das ERKENNEN DES EIGENEN WERTS! Das Erkennen und DAFÜR EINSTEHEN! Das beinhaltet eine Menge, nämlich auch die ABWESENHEIT VON ANGST!  -  Wer sich selbst loben kann und um seine Stärke weiß, der weiß auch

-          dass er selbst OK ist

-          dass seine Handlungen (Arbeitsleistungen) OK sind

und muss somit nicht fürchten, „bestraft“ zu werden (sei es von der Gesellschaft, sei es vom Arbeitgeber, Kollegen oder vom lieben Gott Lächelnd …)

Wenn wir denn nun aber alle stolze, selbstsichere Wesen wären, dann wären wir, die Masse, natürlich auch nicht so leicht zu steuern und zu kontrollieren. Spannend ist in diesem Zusammenhang auch noch, dass sowohl bei Narziss, als auch in der Bibel vor der Selbsterkenntnis gewarnt wird. In der Narziss-Sage prophezeit der Seher Teisresia, dem neugeboren Narziss nur dann ein langes Leben, wenn er sich nicht selbst erkennt. In der Bibel wird Adam und Eva verboten vom Baum der (Selbst)-Erkenntnis zu essen. Seit ewiger Zeit wird der Menschheit also eingeredet, dass Selbstliebe, Selbstlob und die logischerweise vorhergehende Selbsterkenntnis zum Tode oder zumindest zum „Verstoß aus dem Paradies“ führt….

 

Selbstpräsentation beim Bewerbungsgespräch

Nur wer sich selbst gut verkaufen kann, der hat die besseren Chancen a) den Job zu bekommen und b) ein ordentliches Gehalt zu verhandeln. Unzählige HR-Studien und Umfragen zeigen uns genau das! Nun sind wir also dazu aufgefordert zumindest im Job, um erfolgreich zu sein, ein solches Verhalten an den Tag zu legen, vor dem wir uns als Kollektiv schon seit Ewigkeiten fürchten. Spielen wir es nur halbherzig, so werden wir durchschaut und legen wir das Verhalten tatsächlich an den Tag, so reagieren unsere Kollegen im besten Fall noch mit Neid oder sogar mit Missbilligung. Nach dem Motto „Sieh dir die Aufschneiderin mal an!“ oder „Der kriegt ja auch den Hals nicht voll“. Leute, ganz ehrlich! Wir alle haben unsere Stärken und Begabungen. Egal ob Ihr einen doppelten oder dreifachen Dr.-Titel tragt oder mit 15 die Schule abgebrochen habt. Jeder einzelne von Euch hat Fähigkeiten auf die er/sie stolz sein kann und jeder von Euch kann eine Berufung finden, die einem Arbeitgeber Vorteile bringen und die Euch Spaß macht! Und Euer Grundrecht ist es, dafür einen Lohn zu bekommen, von dem Ihr ein gutes Leben führen könnt!

 

Das Geheimnis entschlüsselt …

Das Geheimnis, wie wir von ängstlichen, kontrollierbaren Individuen zu starken, selbstsicheren und selbstbestimmten Menschen werden, ist so alt wie die Menschheit – -Selbsterkenntnis gekoppelt mit Selbstliebe! Das Wissen um die eigene einzigartige Großartigkeit – mit dem Hintergrund, dass wir alle auf verschiedene Weise gleichWERTIG großartig sind und keiner unserer Mitmenschen mehr oder weniger großartig ist als wir selbst. Klingt abgedroschen? Nun eigentlich nicht – was viele esoterische Richtungen heute „verkünden“ ist eigentlich nur wiedergefundenes, altes Wissen. Leider wurde es gut vergraben! Als Menschheit waren wir in der Entwicklung unserer Geschichte bis heute von zwei Gegenpolen umgeben! Die wirklich Weisen und Gutmeinenden, die uns helfen woll(t)en unsere Stärke zu begreifen und die Machthungrigen, die uns ausbeuten und versklaven woll(t)en. Die Ersteren haben immer wieder versucht uns Hinweise zu hinterlassen, wie zum Beispiel auch die Überlieferung welche erzählt, dass am Eingang des Tempels von Delphi die Inschrift „Erkenne dich selbst“ eingemeißelt war. Die Seite der Machtgierigen war jedoch scheinbar akribischer daran solche Hinweise auszumerzen, zu ignorieren und stattdessen uns durch mythische Überlieferungen und ihrem Zwecke dienende Bibelstellen in eine Richtung zu lenken, in der wir jegliche Selbstbestimmung verlieren.

 

So liebe Leser – jetzt liegt es an uns, die wahren Hinweise herauszufiltern und unser Verhalten nicht länger an alten Sprichworten und verstaubten Mythen zu orientieren. Entdeckt Eure vielfachen Stärken und tollen Eigenschaften! Präsentiert sie nicht nur Eurem Arbeitgeber, sondern auch im täglichen Leben. Habt keine Angst vor Neidern, sondern zeigt ihnen, dass auch sie großartig sind und ihr gerne mehr über ihre Stärken und Begabungen hören wollt.

In diesem Sinne: Frohes Eigenloben!

 

(Wer uns nicht 100% glauben möchte, der sprüht halt vorsichtshalber noch etwas Parfüm auf – bis ihr ganz sicher seid, dass nichts daran stinkig ist Lächelnd )

 

Abschließen möchten wir mit zwei Zitaten:

„Selbsterkenntnis ist der Anfang von Weisheit, die das Ende der Angst bedeutet.“
Jiddu Krishnamurti, indischer Philosoph, Autor,Theosoph und spiritueller Lehrer 1895-1986

„Egoismus entsteht aus Mangel an Selbstliebe.“
Andreas Tenzer, deutscher Philosoph und Pädagoge

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