Regina Gregory & Yvonne Hacker

19.1.2015 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen schlecht…

@ Andreas Hermsdorf  / pixelio.de


…oder wie war der Spruch noch mal? Ein herzliches Hallo, und schön dass ihr wieder da seid.

Vor kurzem ist mir ein wundersamer Artikel in den österreichischen Medien ins Auge geschossen bei dem ich mir gedacht habe; „geht‘s noch?“
Aber von Anfang an. Nach dem uns unsere Nachbarn in der Arbeitslosenstatistik überholt haben - was für ein Wunder - bekommen unsere Politiker langsam das Muffensausen. Es muss etwas gegen die steigende Arbeitslosigkeit getan werden. Und zwar sofort.

Django alias Wirtschaftsminister Mitterlehner, der auch noch als Vizekanzler herum gereicht wird, ist am Überlegen was nun “zumutbar” ist und was nicht. Sein Mitstreiter Hundsdorfer hat er auch gleich gebeten ihm einen Plan auszuarbeiten.

Nun versucht man mit der “Zumutbarkeit” einen weiteren Anreiz zu schaffen, nicht in die Arbeitslosigkeit abzudriften. Wen es trotzdem erwischt dem sollte lt. den Medien folgendes blühen: Fahrzeit von zuhause zum Arbeitsplatz soll nun, bei einem 40h-Job zumindest mal verlängert werden. Auch die Art der Beschäftigung kann durchaus variieren. Dann sehen wir vielleicht einen Manager als Fensterputzer wieder. Nachdem man dann die Menschen zwingt Tätigkeiten aufzunehmen welche sie nicht wollen, müssen sie diese auch zum Mindestkollektiv annehmen. Andere EU Staaten haben dies angeblich bereits besonders erfolgreich im Programm.

Geht es nach unseren fachlich kompetenten Politikern denkt man an eine Anhebung der Zumutbarkeit für die Erreichung eines Arbeitsplatzes auf 2,5 Stunden nach!!

Für unsere Politiker kurz zur Erinnerung, das wäre von Wien nach Salzburg mit dem Zug bei einer 40h-Woche. Rechnen wir einen Nine to Five Job (gut, den gibt es so nicht mehr, ich weiß. Nur der Einfachheit halber) muss ich mich um 06:00 Uhr in den Zug setzen damit ich dann um 09:00 Uhr pünktlich im Büro erscheine und darf mich dann um 17:00 Uhr zum Bahnhof hetzen um dort den Zug nach Wien wieder zu erwischen welcher dann, wenn alles gut geht auch sicher um 20:00 Uhr in Wien ist. Von dort darf ich dann noch mit den Wiener Linien bis nach Hause gurken. Ein Politiker muss das nicht machen. Und, wenn doch, dann bekommt er ordentliche Zuschläge.

Damit das ganze noch an richtiger Schärfe dazu gewinnt, ist man ebenfalls daran, den Eltern eine Zumutbarkeit von 20 Stunden auf zu dividieren. Was mit den Sprösslingen in der Zwischenzeit geschehen soll steht natürlich auf einem andern Blatt geschrieben. Auch, wenn die Stadt Wien mit ihren 120% Betreuungssicherheiten propagandiert, heißt es noch lange nicht das der kleine Hosenscheißer auch mit 2 Jahren ein nettes warmes Platzerl kriegt, da die Stadt Wien den Schützling erst ab 3 Jahren aufnimmt!

Diese Idee der neuen Zumutbarkeit sollte schnellstens wieder vergessen werden. Arbeitslosigkeit ist in der heutigen Zeit aufgrund von Misswirtschaft, Gier und unfähigen Politikern das Ergebnis. Hier nun wieder auf die Schwachen zu zielen um sich von der Leistung frei zu spielen ist eindeutig der falsche Weg. Alleine, wenn man sich ansieht wie hoch die Armutsgefährdung ist, wie Alleinerziehende oft im Stich gelassen werden und ebenfalls in die Armut abrutschen besteht eindeutig Handlungsbedarf. Und zwar konkreter Handlungsbedarf im Sinne einer Lohnsteuer- und der Sozialversicherung-Senkung.

Alleine dass Milliarden an Steuergelder zur Sanierung der GGK aufgewendet wurden um später sagen zu können, dass man einen Überschuss erwirtschaftet hat zeigt wieder wie wir alle beschissen werden.

Ebenfalls gesenkt gehört der Dienstgeberanteil, der immer mehr Unternehmen dazu bewegt ins Ausland abzuwandern. Ja, wir haben ein “super” Sozialsystem, nur davon soll man auch was haben können, wenn man schon dafür bezahlt. So schaut’s aus.

Was mich sonst noch beschäftigt ist die Tatsache dass ich als Arbeitsloser keinen Anspruch auf eine Woche “Urlaub” habe. Wer einmal arbeitslos war, der wird wissen in welch ein großes Loch man fallen kann. Überhaupt, wenn man ganz oben gestanden hat. Hilfe braucht man keine erwarten. Das AMS rühmt sich, sie seinen die besten zur Jobvermittlung, sind selber schwerstens überfordert. Wenn ich mich auf den Verein verlassen hätte, wäre ich heute immer noch ohne Job. Soviel zu diesem Thema. Warum bleibt mir der Weg ans Meer verwehrt? Warum darf ich nicht, zumindest eine Woche “Auszeit nehmen” von dem Dreck der mich umgibt? Das muss für einen Arbeitslosen auch ohne Verzicht Leistung möglich sein. Es verlang keiner ein Urlaubsendgeld sondern vielmehr bei einer Arbeitslosigkeit von über einem 1/2 Jahr, das Recht auf eine Woche “Auszeit” und da darf es keine Unterschiede geben wohin die Reise geht.

Vielleicht denken die Frau und Herren Volksvertreter vorher ein wenig nach bevor man voreilig Kommentare von sich gibt. Nie vergessen; die nächsten Wahlen kommen bestimmt. Auch Arbeitslose können wählen gehen…

 Gastbeitrag von Markus Meier

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