Regina Gregory & Yvonne Hacker

17.2.2016 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Arm-Reich Schere klafft weiter auseinander – den Kopf in den Sand zu stecken, wird die Lage auch nicht besser machen.

credit kleiner Fisch

Erst vor einem knappen Monat haben wir aus den Medien erfahren, vom sogenannten „Wealth Report 2015“, dass das Vermögen der reichsten 62 Menschen in den letzten fünf Jahren um 44 % gestiegen ist, wären sich das Gesamtvermögen der restlichen Weltbevölkerung um 41% verringert hat.

Was wir schon lange wissen, hat sich in den letzten Jahren nicht entschärft, nein, es hat sich dramatisch zugespitzt.

 

Wir haben es gehört und ad acta gelegt. Ist nun mal so. Kein Aufschrei, keine Empörung… naja vielleicht ein kleines Kopfschütteln. Man kann noch nicht mal behaupten, der Sturm hat sich bereits wieder gelegt … es gab nie einen.

 

Oder hat es für Sie vielleicht den Anstoß gegeben, dass Sie jetzt doch mal endlich um die Gehaltserhöhung fragen könnten, die Sie sich schon seit 3 Jahren wünschen. Womöglich war es für Sie der Anlass, den schlecht bezahlten Job endlich an den Nagel zu hängen, sich aufzuraffen, sich nach etwas besserem umzuschauen? Oh aber nein, die Lage ist ja fatal, man muss ja schließlich froh sein, überhaupt einen Job zu haben (Mhm, dazu hatten wir schon mal einen Artikel!)

 

Nun, Leute, die Lage hat sich verschlechtert, wie zum Beispiel der Wealth Report 2015 uns sagt. Aber warum wohl? Weil wir (die restliche Weltbevölkerung, die größere Menge und ja das wären dann wir!) in den letzten Jahren nicht dagegen getan haben.

Und wie wird dieser Report dann wohl in den nächsten 5 Jahren aussehen?

Wird sich die Lage ganz plötzlich verbessern? Wenn wieder keiner sich dagegen wehrt?

Werden wir in 5 Jahren, wenn die Reich-Arm Schere noch größer geworden ist, es wieder mit ein wenig Kopfschütteln zu Kenntnis nehmen? Akzeptieren, dass „wir“ jetzt noch weniger haben und die Reichen noch mehr haben? Dass wir wieder nicht die Gehaltserhöhung bekommen, vielleicht schon Lohnkürzungen akzeptieren, dass wir noch mehr Angst um unseren Job und unser Einkommen haben und damit noch mehr Kontrolle über unsere Lebensumstände abgeben? Hinnehmen, dass es noch schwieriger sein wird, den Lebensstandard zu halten. Dass, der jährliche Familienurlaub zum Beispiel in den Sternen stehen wird, aber dann bleiben wir halt in Österreich. Dass wir die Kinder nicht studieren schicken können. Dass wir jetzt eben mit einem Auto in der Familie auskommen müssen, wenn wir doch aber zwei brauchen würden.

 

Es fängt bei uns an, bei jedem einzelnen, in jeder Abteilung, in jeder Firma, in jeder Familie. Beginnen wir mit dem Grundsatz – für eine faire Arbeit, steht uns ein fairer Lohn zu. Das ist nicht, was ein Kollektivvertrag sagt, sondern, dass ist das, womit ich man sich uns seiner Familie ein gutes Leben finanzieren kann, und geht über das Mindeste, dass der Kollektivvertrag sichert, um einiges hinaus! 

Ein gutes Leben, das mag ein dehnbarer Begriff sein und für jeden etwas anderes bedeuten. Es geht aber im Grunde genommen darum, dass wir uns leisten können, einen ordentlichen Lebensstandard zu haben und zu halten.

 

Dass Großkonzerne kaum Steuern zahlen, obwohl sie Milliarden-Gewinne machen, da gibt es zumindest schon etwas Unmut dagegen. Dass es aber mit der Registrierkassenpflicht, der Pflicht, dass wir jede kleinste Rechnung mit uns herumtragen müssen, als Beweis, dass wir nicht etwas „schwarz“ eingekauft haben, dass es immer wieder Gerüchte gibt, dass das Bargeld abgeschafft werden soll, darüber regen sich auch nur diejenigen ein bisschen auf, für die damit ein Mehraufwand einhergeht. Letztendlich können die Großkonzerne aber ganz legal mit Steueroasen und Steuertricks Milliarden Summen unterschlagen, während der kleine Fisch, der sich vielleicht ab und an ein bisschen was „steuerfrei“ dazu verdienen will, weil sein offizieller Lohn kaum zum Überleben reicht, als Krimineller abgestempelt wird!

 

Will man aber zum Hauptjob, ganz offiziell noch etwas extra dazu verdienen, in dem man z.B. als Samstagskraft als Verkäuferin arbeitet, wird dieser Job so dermaßen hoch besteuert, dass sich ein solcher Nebenjob kaum auszahlt. Also ist man als Otto Normalverbraucher – der etwas zusätzlich verdienen möchte, ja fast schon gezwungen, diesen Nebenverdienst schwarz zu verdienen, denn die Steuergesetze sind hierzu mal garantiert nicht auf der Seite der kleinen Fische.

 

Selbstverständlich machen wir hier keinen Aufruf zur Schwarzarbeit, aber es geht uns darum ein Bewusstsein von Fairness zu schaffen und die Erkenntnis zu gewinnen, dass diese Fairness für uns kleine Fische einfach nicht mehr gegeben ist. Der Wealth Report 2015 zeigt uns eigentlich genau das. Doch es kümmert uns nicht. Es sollte uns aber kümmern, denn wenn wir die nächsten Jahre weiterhin den Kopf in den Sand stecken, wird die Zukunft für uns alle nicht rosiger!

 

Was kann denn der einzelne schon tun? Ja, genau das ist der Vorteil von jenen, die die Lage ganz genau so haben wollen wie sie ist. Wir die Masse, untätig, kontrollierbar, lenkbar wie man uns gerne hätte.

Beginnen wir mit einem Bewusstsein von Fairness für uns selbst, und genauso für jeden anderen kleinen Fisch. Fordern wir selbst vom Leben, vom Staat, vom Arbeitgeber, von Behörden, was uns zusteht, lassen wir uns nicht klein kriegen.

Beginnen wir, uns auch für andere einzusetzen. Dem Kollegen, dem Freund, selbst den, den wir eigentlich nicht kennen. Je mehr „gegeneinander“ oder „geht mich nichts an“ es gibt um so mehr Getrenntheit es unter uns (die restliche Weltbevölkerung) gibt, um leichter machen wir es jenen, Superreichen, Großkonzernen, Gewinner dieser Lage, uns über die Jahre weiter und weiter auszuquetschen.

Je mehr „gemeinsam“ es gibt, je mehr „Einheit“ wir sind, je mehr „formiert“ wird sind und zusammenhalten, um so mehr Chancen haben wir, das Blatt vielleicht doch eines Tages in eine bessere Richtung für die Mehrheit der Weltbevölkerung zu wenden.

 

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