Regina Gregory & Yvonne Hacker

09.7.2015 von Regina Gregory & Yvonne Hacker (Kommentare: 0)

Gegen-den-Strom-Schwimmer suchen Mitstreiter

Bildcredit kleiner Fisch

Vom menschlichen Schwarmverhalten und wie wir uns davon befreien können, um unsere eigene Identität finden.

 

Teil des Fischschwarms

Bekanntlich ist der Mensch ja ein Herdentier und daher ist es nicht verwunderlich, dass wir als Masse lieber einfach mitschwimmen, als uns, vielleicht sogar noch alleine, in eine andere Richtung zu bewegen.

Biologen haben dieses Verhalten im Londoner Straßenverkehr gemessen und beobachtet, dass die Menschen die starke Neigung haben, einem benachbartem Fußgänger zu folgen. Das bedeutet, wenn einer losgeht, sich zwischen den Autos der zähfließenden Kolonne einen Weg zu suchen, zieht er eine regelrechte Welle von Mitläufern hinter sich her. Und dass selbst in einer Großstadt, wo keiner eigentlich den anderen kennt, verhalten wir uns ähnlich einem Fisch- oder Vogelschwarm.

Was wohl hinter diesem Verhalten stecken mag? Wir tippen mal auf eine Mischung von Sicherheitsbedürfnis und „Nicht-drüber-Nachdenken-müssen“. Quasi als Bestätigung einer eigenen, mehr oder weniger bewussten Entscheidung.
„Ist es jetzt sicher die Straße zu überqueren? – Ja – wenn der geht, ist es wohl so – ich kann ihm folgen!“

 

Irgendwer ist immer der Erste –Warum nicht ich?

Wer sind dann diese Pioniere unter uns, die die Straße zuerst überqueren, zuerst ein neues Gedankengut analysieren und annehmen oder neue Ideen ausprobieren, sich in ungewisses Gebiet vorwagen?

In welchen Bereichen unseres Lebens trauen wir uns selbst die Führung in die Hand zu nehmen, wo schrecken wir zurück?

Oft kann es schon helfen, sich einmal diese Schwarmneigung in uns bewusst zu machen und zu hinterfragen „Wo bin ich nur der Mitläufer“? Haben wir einmal erkannt in welchen Situationen wir uns als Mitläufer verhalten, können wir damit beginnen uns für unseren eigenen Weg zu entscheiden. Der muss vielleicht erst einmal gefunden werden. Aber wenn wir bereit sind danach zu suchen, fühlen wir uns vielleicht auch in der „Findungsphase“ – diesem Zeitraum, wo wir einfach stehen bleiben – aufhören hinten nachzulaufen – sicherer und vertrauter und nicht mehr wie ein „Zurückgebliebener“  bzw. ein „Aus-dem-Schwarm-Gefallener“.

 

Die Richtung wechseln

Was wird es mir bringen, wenn ich meinen eigenen Weg finde? Die Frage bzw. die Absprungblockade ist wohl die Unsicherheit, „Wo führt es mich? Was passiert wenn ich meinen Weg nicht finde?“

Aber wissen wir denn immer wohin genau der Weg unseres Schwarms uns führt, dem wir gerade anhängen? Als Mitschwimmer empfinde  ich vielleicht die Sicherheit der Menge, das Vertrauen darauf, dass ich für meine Entscheidungen nicht zur vollen Verantwortung gezogen werden kann. Aber komme ich dorthin wo ich wirklich hinkommen möchte?

Welche Wege wären mir noch möglich, die ich mir vielleicht im Moment noch gar nicht vorstellen zu vermag, da der Schwarm ab und an auch meine Sicht behindert? Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, passt da ganz gut.

Werden wir uns gewahr, mögliche Wege und Potentiale können eventuell nicht erkannt werden, weil die „Mitschwimmer“ uns den freien Überblick und offene Perspektiven verstellen! Weil wir zu beschäftigt sind, uns auf die anderen Fische im Schwarm zu konzentrieren und unsere Stellung/Position in der Gruppe zu halten (betriebsblind). Weil wir uns von unseren eigenen überholten Plänen in die Knie zwingen lassen.

 

Halten uns unsichtbare Sicherheitsgurte zurück?

Ist die Sicherheit im Schwarm, in einer (fiktiven) Gruppe, in der gewohnten Alltäglichkeit, also nur Illusion? Wale können ganze Fischschwärme als Nahrung aufnehmen und verschlingen! Wer sagt denn, dass der Weg des Schwarms tatsächlich soviel sicherer ist – mit Sicherheit komme ich damit nicht an MEIN persönliches Ziel!

Schwärme gibt es viele und bestimmt sind wir Teil mehrerer solcher Schwärme. Manchen folgen wir bewusst und machen eher unbewusst. Dem vorpreschenden Fußgänger auf der Straße sicher wohl eher unbewusst. Dem Sonntagswort in der Kirche vielleicht bewusst(er). Lächelnd

Dann gibt es einzelne die beginnen aus einem großen „Denkschwarm“ auszubrechen. Sie beginnen den Status Quo in Frage zu stellen. Z.B. ob man den Medien denn tatsächlich noch trauen kann? Oder ist es in Ordnung, Menschen so sein zu lassen wie sie sind – im Sinne z.B. der Homo-Ehe? Oder müssen wir zwangsweise Menschen umerziehen, weil sie nicht in unseren Schwarm zu passen scheinen? So wie es früher mit den Linkshändern gemacht wurde. (Also ich schreibe ganz gut mit meiner linken Hand! Lächelnd)

 

Und im Arbeitsleben?

Schwimmen Sie noch im großen „Man muss froh sein überhaupt einen Job zu haben – man darf bloß nicht aufmucken“-Schwarm mit?

Nun, wir bei Kleiner-Fisch haben hier unseren eigenen kleinen Schwarm begonnen – der in die umgekehrte Richtung schwimmt. Allerdings wollen wir keine blinden Mitschwimmer – sondern möchten den Menschen Mut machen, ihren eigenen Weg zu finden – aber mit Selbstbewusstsein und Zusammenhalt (auch außerhalb jeglicher Schwärme).

Selbstbewusst auftreten – den Job finden, der wirklich zu einem passt – mit einem Gehalt, von dem man ein gutes Leben führen kann. Aber auch andere Bedingungen wie Arbeitszeiten, Umfeld, Arbeitsweg kann und soll man sich so richten, wie es einem gut tut. Warum nicht seinen Erfolgsbonus in Freizeit abgelten lassen – so mache ich das und lebe mit zwischen 10-15 Wochen Urlaub im Jahr ganz gut!Lächelnd

Den eigenen Weg gehen bedeutet nicht, dass wir einander nicht helfen und unterstützen können – egal ob wir die Menschen als „in unserem Schwarm“ zugehörig empfinden oder nicht. Wir möchten euch ermuntern, wenn ihr euch für Verbesserungen im Unternehmen einsetzt – tut es gemeinsam – je mehr hinter einem Vorhaben stehen umso mehr Gewichtung bekommt eine Sache und umso einfacher kann sie umgesetzt werden.

 

 

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