Dr. Manfred Greisinger

10.4.2013 von Dr. Manfred Greisinger (Kommentare: 1)

Persönliche (Kinder-)PR in facebook

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"Facebook macht uns zu Kindern" - diese These sitzt und bestätigt lang gehegte Vermutungen sowie persönliche FB-Reserviertheit... Wer mehrmals am Tag schöne Bilderln vom gähnenden Haustier oder dem gelungenen Lammbraten online stellt bzw mit höchstem - oberflächlichen - Engagement die ständig einströmenden Bildchen aus dem Netz "liked" oder eben ablehnend kommentiert, versäumt sein "tiefergehendes" Leben. "Durch Facebook wird unser Denken kindlich", warnt die britische Hirn-Forscherin Susan Greenfield. Das soziale Netzwerk erziehe uns alle dazu, ständig zu beobachten, was die - sogenannten - "Freunde" gerade tun, was sie denken und wo sie gerade sind (bzw. rumsurfen)... Die ganze Orientierung geht nach außen! Und wehe, die Objekte der Begierde reagieren nicht prompt auf unsere Postings. Drama! Oder wie Susan Greenfield anmerkt: "Unsere vermeintlich erwachsene Denkweise wird abhängig vom Verhalten und von den Gedanken anderer. - Wie bei Kindern!"

 

Das ist genau das Gegenteil von "Innerer Führungskraft": und wir tun auch noch alles, um nur ja die "Selbstkontrolle" aufzugeben; verbringen Stunden und Stunden in der elektronischen Wolke. Und lassen uns veräppeln, dümmer machen und "infantilisieren". - Ist ja schon schlimm genug, wenn in der Politik immer mehr nach (Landes-)Vaterfiguren und guten Onkels (wie Stronach) Ausschau gehalten wird. Tschüss Selbstkompetenz!

 

Bitte beachten - auch wenn´s nicht geliked wird: In uns selbst liegt das Glück; an uns die Regieführung. Wenn schon, dann sind Sie und ich NutzerIn des Facebooks und des Zwitscherdienstes; nicht aber umgekehrt. Kein Zuckerberg dieser Welt darf Macht über Sie gewinnen! Wie wohl alle Mächtigen daran interessiert sind, dass die Masse der MitläuferInnen kindlich und dumm gehalten wird; mehr als die Däumchen nach oben oder nach unten zu bewegen, gestehen sie uns nicht zu. Außer wir sind weniger im Netz - und mehr im wirklichen, greifbaren, hautnahen Leben. In wundervollen, fleischlichen Begegnungen mit Menschen. - Ja, das fühlt sich gut und erwachsen an! I Like!

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Kommentar von Wolfgang aus Loipersbach | 2013-06-19

Es heißt zu recht These. Ich glaube nicht, dass Beiträge über soeben eingenommene Mahlzeiten plus zugehörigem Photo (vor dem Verzehr) etc. Ausdruck einer infantilen Gedankenwelt sind. Es scheint vielmehr der Versuch zu sein, in einem durch und durch überreglemenierten Umfeld ein bisschen Kommunikation, Aufmerksamkeit etc. zu vermitteln. In einer Zeit, in der bei vielen Menschen jede Minute verplant ist und DAS gerade noch "nebenbei" geht. Traurig aber war. Außerdem fand ich in fb witzige, intelligente, sarkastische Beiträge. Und - lernte bei späteren Treffen Menschen kennen und schätzen, die ich sonst niemals getroffen hätte.
Ich denke auch, dass die meisten User eine gesunde Einstellung zu diesem Medium haben. Es ist wie mit Alkohol, Zigaretten fettem Fleisch etc. - die Dosis ist entscheidend.