Dr. Bernhard Kleemann

21.9.2015 von Dr. Bernhard Kleemann (Kommentare: 1)

Mit plus 50 in der Arbeitskrise?

Schon mit dem Titel will ich genau dieses mit seinen Rahmenbedingungen hinterfragen und mehr Fragen stellen als gewollt kluge, persönliche Antworten geben.

 

Fragen Sie sich als Leserin? Wie geht es Ihnen mit Kolleg/innen der plus 50? Haben Sie überhaupt welche? Macht es einen Unterschied ob jemand mit 20 oder 50 arbeitet? Wenn ja welchen? Ist es die Art und Weise, wie 20-Jährige bzw. 50-Jährige und Ältere an Dinge herangehen? Ist es die Erfahrung, das nicht im letzten Detail festgehaltene Wissen der Generation 50? Ist es die Einstellung? Sind es die Rahmenbedingungen wie Einstufung im Kollektivvertrag, Stundenerfordernisse, Überstunden etc., die vielleicht den Unterschied machen?

 

Wie zufrieden sind plus 50 in ihrem Umfeld? In wieviel Klein- bis Mittleren Unternehmen arbeiten Menschen der Generation plus 50? Ist dies eine Selbstverständlichkeit? Gibt es eine Generationen-/ Alters-Durchmischung? Wie schaut die Personalplanung, die –entwicklung, die Aus- und Weiterbildung für Generation 50 in Ihrem Unternehmen? Gibt es spezielle Konzepte? Gibt es spezielle Angebote für die plus 50-MitarbeiterInnen? Was wünschen sich MitarbeiterInnen, BewerberInnen dieser Altersgruppe an Arbeitszeit-Gestaltung, in der Bezahlung, an sozialen Leistungen des Unternehmens?

 

Wie schaut die Situation für die Gruppe um bzw. über 50 aus, die vielleicht das erste Mal überraschend sich beim AMS melden – müssen - ? Sie haben höchstwahrscheinlich für sich nichts falsch gemacht – nur hat sich vielleicht die Technik, die Branche, der Ort, die Zeiten, die Qualifikationserfordernisse, Kolleginnen geändert?

 

Die tägliche Herausforderung besteht darin,  sich in einem ungewohnten Umfeld zu beweisen – sich zu präsentieren, Bewerbungen gezielt zu schreiben, über seine eigenen Ziele, vielleicht auch Werte/ Überzeugungen nachzudenken, über sich zu schreiben, Kontakte zu knüpfen, diese wieder aufleben lassen, sich am AMS beraten wie auch kontrollieren zu lassen.

 

Die Erfahrung zeigt auch, dass Förderungen und Werbemaßnahmen vom AMS und auch von Seiten Trendwerk nur wenig beim Erfolg in dieser Generation bewirken – viel Fördergeld bleibt gerade in Wien unberührt beim Finanzministerium liegen.

 

Ich habe mich daher gefragt, kann ich etwas zur Veränderung dieser Situation beitragen?

 

Ja, ich kann, da ich zu allen Sozialpartnern wie Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Gewerkschaft persönliche Kontakte habe.  Ja, ich habe ab Jänner 2015 begonnen einen blog auf http://blog.beste-stellen.at/index.php/blog/author/20.html darüber  zu schreiben und  habe Gespräche mit IV und gpa-djp geführt, um diesbezüglich Lobbying und Meinungsbildung zu erreichen.

 

Was plane ich, was ist geplant – wir wollen Best Practice-Beispiele aus Unternehmen sammeln, neue Ideen und Konzepte diskutieren, Veranstaltungen mit Medien, Sozialpartnern und auch Politik organisieren, wir wollen dieses Thema in der Öffentlichkeit bewegen.

 

Und was tragen Sie als LeserIn zum Thema Führen von MitarbeiterInnen plus 50 bei? Kommentieren Sie meinen Artikel – denn es geht hier um das Bekanntwerden/ Öffentlichmachen von guten Beispielen!!!

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Walter Reich | 2015-09-21

Ich finde es durchaus interessant über dieses Thema nachzugrübeln, habe da meine eigenen Ansätze - ein bischen wie 'zurück zum Ursprung'. Bin gerne bereit mich da auch aktiv zu beteiligen - habe sicher etwas zu sagen und Ideen für Lösungsansätze!