Dr. Bernhard Kleemann

03.8.2015 von Dr. Bernhard Kleemann (Kommentare: 1)

Generation 50 plus in der Jobkrise

Die Frage - Generation 50 plus in der Jobkrise – beschäftigt mich täglich, weil ich

1) selbst seit ein paar Tagen 55

2) bei Trendwerk www.trendwerk.at die Zielgruppe 50+ betreue und daher

3) besonders in Wien die Problematik dieser Generation sehe, die nicht erst mit 50 beginnt, sondern oft schon viel früher, zB bei Frauen nach Karenzjahren ab 40 und bei Männern mit einem "bunten" Lebenslauf schon ab 45

4) die Situation der Generation 50 speziell in Wien meiner Meinung nach im Unterschied zu allen anderen 8 Bundesländern eine sehr Spezielle ist - hier steht die Generation 50 im direkten Wettstreit mit jüngeren besser qualifizierten und daher billigeren Arbeitskräften

 

Für die Generation 50 spielen derzeit mehrere Faktoren zusammen - Konkurrenz mit Jüngeren, in den Unternehmen die Mitarbeiter-Statistik - gibt es MitarbeiterInnen über 40/45/50? wie schaut hier die kurz-, mittel- und langfristige Planung in Sachen Weiterbildung, Arbeitszeitmodelle, Pensionsmodelle aus? wenn es MitarbeiterInnen über 40 gibt, welche Erfahrungen in der Leistung, im Umgang haben Führungskräfte, KollegInnen und auch der Betriebsrat damit? besteht Bedarf ältere MitarbeiterInnen aufgrund ihrer Qualifikation, ihres Arbeits-Wissens nach zu besetzen? hat die Personalabteilung damit schon Erfahrung? wie sind die MitarbeiterInnen in der Personalabteilung dafür qualifiziert? wird bei der MitarbeiterInnen-Suche auch auf das Alter geachtet?

 

Was es sicherlich braucht, ist eine breite Beratung von Betrieben in Sachen altersgerechter Arbeit und Arbeiten mit Generation 50. Hier könnte das AMS damit federführend beginnen - das Wissen dazu ist im Netzwerk des AMS - Altersspezifische Personalpolitik und der Beitrag des AMS http://www.forschungsnetzwerk.at/downloadpub/Endbericht_altersspezifische-Personalpolitik.pdf - durchaus vorhanden.

 

Da sich die allgemeine Situation der Generation 50 durch Förderungen seitens des AMS nicht verbessern lässt, bedarf es hier einer gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung - denn dieses Thema wird uns die nächsten Jahre und Jahrzehnte aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung begleiten.

 

Dies hat mich motiviert, erstens als Start einen regelmäßigen Blog über die Generation 50 auf http://blog.beste-stellen.at zu schreiben. Weiters bin ich mit Sozialpartnern wie der gpa-djp, der Industriellenvereinigung und auch der Wirtschaftskammer in Kontakt, um dieses Thema auf breiter Basis zu diskutieren, mit dem Ziel neue Ideen, Ergebnisse, neue Konzepte zu entwickeln.

 

Mit der gpa erarbeite ich gerade eine Themenplattform für die Generation 50, die Bedürfnisse, Fragen, Ideen, Best Practice-Modelle für die Frauen und Männer ab 40 im Meinungsaustausch mit den Arbeitgeber-Vertretern, den Medien und der Öffentlichkeit erfasst.

 

Meine persönliche berufliche Herausforderung ist, dies tagtäglich  KundInnen dieser Altersgruppe mit wenig - zT in Österreich formal nicht anerkannten - Qualifikationen in eine neue Beschäftigung zu begleiten.

 

Über Ihren Kommentar freue ich mich auf http://blog.beste-stellen.at und auf Facebook https://www.facebook.com/wuchri

 

Viel Erfolg, Freude, Neugierde in Ihrem Arbeitstag und -umfeld!

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Kommentar von Walter | 2015-08-05

Guter Artikel!
Ja, der beste Ansatz ist gesellschaftspolitisch. Die Änderungen beginnen stets im Kopf. Die Generation 50+ sind nicht nur die erfahrenen Matarbeiter / Chefs sondern auch das wahre Potential der Unternehmen, sie setzen die Ideen der Jungen erfolgreich um. Warum nicht einen GF der 25 Jahre alt ist und nur 100.000,-- pro Jahr kostet, statt einem umsichtigen und erfahrenen 55+ der 1.000.000,-- pro Jahr lukriert. Da werden pro Jahr 900.000,-- gespart, sieht als Grafik sicher beeindruckend aus