Brian Matthews Bsc (Hons) Psych

30.8.2013 von Brian Matthews Bsc (Hons) Psych (Kommentare: 0)

Gehaltsverhandlung

Gratulation – Sie haben es zum Kern eines jeden Bewerbungsgespräches geschafft.

Sind sie vorbereitet? Haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht? Kennen Sie den zutreffenden Kollektivvertrag und seine Lohn- und Gehaltsordnung? Haben Sie sich mit der Frage Ihrer richtigen Einstufung auseinandergesetzt? Haben Sie sich ausgerechnet wie viel Vordienstzeiten/ -jahre Sie haben? Mit welchen Argumenten wollen Sie erreichen, dass Ihre mehr als 4 Jahre Vordienstzeiten angerechnet werden?

 

Wer beginnt? Beginnen Sie oder haben Sie Nerven abzuwarten? Wenn das Gespräch soweit gut fortgeschritten ist, heißt es gut zu pokern, selbst bewusst zu sein, sich zu seinem Preis zu präsentieren.

 

Ich befürworte abzuwarten und gut vorbereitet, eine Gegenfrage zu stellen – wie viel ist als Budget für diese Kostenstelle vorgesehen? Jetzt sollten Sie wissen oder zumindest eine Ahnung haben, was alles als Kosten auf diese Stelle gerechnet wird – Arbeitsplatzausstattung wie zB bei einer Bürotätigkeit - Tisch, Sessel, PC, Bildschirm, Büromaterialien, zusätzlich Aus- und Weiterbildungskosten, Fahrtkosten etc.. Eine Gegenfrage kann zB sein – was verdient 1 MitarbeiterIn im vergleichbarem Alter und Qualifikation? Wo wird diese/r eingestuft?

 

Vorbereitet bedeutet auch, dass Sie Ihre laufenden Kosten genau kennen und einen Verhandlungsspielraum eingerechnet haben, damit auch außergewöhnliche Ereignisse wie nicht mehr funktionierende Maschinen im Haushalt, Autokauf/ -reparatur ohne größere finanzielle Probleme, ohne plötzlich einen Kredit aufnehmen zu müssen, abgedeckt werden können.

 

Wie antwortet man/ frau angemessen, geschickt? Im Ton und Stil sind Sie immer höflich, aktiv zuhörend und sehr professionell. Sie können auch nachfragen, wenn Sie erstens etwas nicht gut und klar verstanden haben, und weiters wenn Sie im Gespräch Zeit gewinnen wollen.

 

Sehr wesentlich und eine Erfolgsvoraussetzung ist die Vorbereitung der Argumente für Ihre Qualifikation und Ihre Erfahrung sowie Ihr Zusatzwissen. Dazu sollten Sie mehrmals den Text des Inserates kritisch gelesen haben und zu jeder Anforderung Ihr Argument, Ihre Beschreibung Ihrer Kompetenzen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Stärken kennen. Erwähnen Sie nicht gleich alle Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in Bildern, sondern behalten Sie etwas zurück, das für Ihren Gesprächspartner eine Überraschung bietet, das Bedürfnis in ihm weckt, Sie als Mitarbeiterin zu gewinnen. Eine Fähigkeit die Sie ihm zusätzlich mitbringen, für die Sie, wenn Sie gut verhandeln, auch vielleicht mehr bezahlt bekommen.

 

Achten Sie darauf nach allfälligen Zusatzleistungen zu fragen – stellen Sie Ihre Gehaltswunsch nicht als absolut dar, nicht als für Sie allein zählenden Verhandlungspunkt, sondern verhandeln Sie ein Gesamtpaket, das Ihren Vorstellungen entspricht – auch hier heißt es vorbereitet zu sein, recherchiert zuhaben, seine eigene Wünsche und Bedürfnisse zu kennen, zu wissen, was in dieser Branche bzw. bei dieser Tätigkeit üblich ist. Fragen Sie auch Freunde, Bekannte, ehemalige ArbeitskollegInnen in der Branche oder ähnlichen Branchen.

 

Wenn Sie das Gefühl haben, es kommt zu einer Einigung, dann sagen Sie einerseits zu, andererseits behalten Sie sich wenn möglich 24 Stunden Bedenkzeit vor und sagen Sie zu, dass Sie sich innerhalb der 24 Stunden melden werden. Bedenkzeit ist immer empfehlenswert, vor allem dann wenn es um wesentliche Änderungen Ihrer Lebensumstände geht – Arbeitsort liegt nicht am Wohnort, mehrheitliche Reisetätigkeit als Sie ursprünglich erwartet haben oder wenn der Einstiegsbezug geringer ist, als Sie verhandelt haben – Kommen Sie für ein paar Monate damit aus? Wie lange sind diese paar Monate? Ab wann können Sie mit einer Bezugserhöhung rechnen? Wenn Sie jetzt im September/ Oktober in einem neuen Unternehmen zu arbeiten anfangen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie frühestens mit Jahresanfang 2014 zu einer individuellen Erhöhung kommen. Einstiegsbezug wie Erhöhung sollte in Ihrem Interesse und zu Ihrer Absicherung am besten im Dienstvertrag schriftlich festgehalten sein. Nachverhandeln ist in der Regel mühselig und führt aus Erfahrung nicht zum gewünschten Ergebnis.

 

Sie haben im Bewerbungsgespräch nur einmal die Chance sich zum besten Preis zu präsentieren.

 

Die Anforderung bei der Bezugsverhandlung für Sie heißt gut mit ausgearbeiteten belegbaren Argumenten vorbereitet zu sein und flexibel in der Zielerreichung. So zeigen Sie sich als Verhandlungsprofi.

Ihnen wünsche ich viel ER-FOLG beim Verhandeln! Im nächsten Blog schreibe ich darüber, worauf Neue im Unternehmen achten sollten.

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