Brian Matthews Bsc (Hons) Psych

09.10.2013 von Brian Matthews Bsc (Hons) Psych (Kommentare: 0)

Ich bin die/der Neue

Hurra, Hurra – Sie haben es ins Finale geschafft, Sie haben Ihren Ball ins Tor geschossen, Sie wurden aufgenommen – Sie haben einen Arbeits-/Dienstvertrag unterschrieben – hoffentlich alle Punkte genau durchgelesen und geprüft, über einzelne Punkte noch verhandelt – wie Gehaltssteigerungen, Benefits, Weiterbildungsunterstützung durch den neuen Arbeitgeber, Karriereplan besprochen und schriftlich vereinbart etc. Jetzt kommt der Tag, wo Sie das erste Mal im neuen Unternehmen arbeiten – Teilzeit, Vollzeit?

 

Welcher Typ sind Sie? Sind Sie aufgeregt? Oder lassen Sie es auf sich vielleicht auch aus Erfahrung zukommen? Welche Fragen gehen Ihnen durch den Kopf – was erwartet mich, werde ich erwartet? Wie ist die Begrüßung, die Aufnahme? Gibt es jemanden Vertrauenswürdigen, an den ich mich wenden kann? Auf was soll/ muss ich alles achten, um nicht gleich von Beginn an schlecht zu starten?

 

Wie sind Sie angezogen? Normal oder etwas eleganter weil der erste Arbeitstag? Ziehen Sie sich so ähnlich an sowie beim Bewerbungsgespräch – haben Sie beobachtet, festgestellt, wie die MitarbeiterInnen gekleidet sind – dann kleiden Sie sich entsprechend, fragen Sie nach, welche Kleidungsvorschriften, -vorstellungen es bei Ihrem neuen Arbeitgeber gibt, stellen Sie Ihrem Gegenüber eine persönliche Frage wie zB – was würden Sie mir empfehlen?

 

Haben Sie Ihre Unterlagen dabei wie zB Zeugnisse in Kopie, Meldezettel, Sozialversicherungsauszug, Strafregisterbescheinigung? Block, Stift?

 

Wichtig ist, dass Sie mehr als pünktlich, ohne Hetze, ohne Nikotin- und Kaffeegestank, ohne Kaugummi im Unternehmen erscheinen und sich höflich aber auch natürlich selbstbewusst vorstellen – „ich bin die / der Neue – Herr/ Frau warten auf mich“.

 

Sie werden begrüßt, Sie sind ganz selbstverständlich, geben sich natürlich, höflich – warten ab, ob Sie vorgestellt werden, ob ein/e Mitarbeiter/In Sie durch das Unternehmen führt und vorstellt – Sie nennen Ihre Namen und auch Ihren Tätigkeitsbereich und vielleicht auch Ihren Vorgesetzten, Sie geben allen MitarbeiterInnen, denen Sie vorgestellt werden, die Hand mit normalem festem Händedruck und schauen diesen auch in die Augen. Bei Fragen antworten Sie kurz aber ausreichend und sage, dass weitere Details ja später besprechen können.

 

Sie warten gespannt darauf, wo Ihr neuer Arbeitsplatz ist – alleine oder mit KollegInnen, mit oder ohne Fenster? Wie viel Platz werden Sie haben? Wie laut ist es in der Nähe Ihres neuen Arbeitsplatzes? Ist Ihr neuer Arbeitsplatz genügend ausgestattet – mit allen Geräten, die Sie dazu benötigen – zB PC/Laptop, Mobiltelefon/ IPad, Büromaterialien, vielleicht schon Visitkarten?

 

Wie sind Ihre neuen direkten KollegInnen? Nett, entgegenkommend, hilfsbereit, gewohnt mit neuen KollegInnen umzugehen? Wie ist der Ton untereinander? Sind alle per Du oder siezen sich die KollegInnen untereinander?

 

Das Verhaltensspiel heißt offen zu sein, aber nicht alles von sich preis zu geben – je länger zusammengearbeitet wird, desto mehr besteht die Chance, von einander zu erfahren. Geben Sie sich kompetent, neugierig, hilfsbereit – kleine Handgriffe helfen Beziehungen aufzubauen – lächelnd, höflich und fragen Sie Ihren Vorgesetzten, Ihre KollegInnen, was wichtig ist, wie welche Maschinen funktionieren, welche Abläufe, Termine essentiell sind.

 

Raucht Ihnen nicht jetzt schon der Kopf??? – trotzdem Lächeln!!! So viele formelle und vorallem informelle Informationen – Namen insbesondere wichtige Namen merken, Eindrücke verarbeiten – wichtig urteilen Sie nicht zu schnell, aber achten Sie auf Ihre innere Wahrnehmung, schmieden Sie auch nicht zu früh Pläne, sondern zeigen Sie Ihre soziale und fachliche Kompetenz. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Arbeit, aber vergessen Sie Ihre Hilfsbereitschaft im passenden Ton nicht – „Entschuldige, gib mir bitte ein paar Minuten, ich beende diese Aufgabe noch ordentlich, dann helfe ich Dir gerne!“

 

Wenn Sie selbstverständlich, höflich, natürlich, fachlich und sozial kompetent sind und das jeden Tag im ersten Monat beweisen – dann wird der Probemonat nicht nur ein Probemonat sein.

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